Darum geht es
Das Allgemeine Verwaltungsrecht ist mit 72 Unterrichtseinheiten das größte Rechtsfach im Verwaltungslehrgang I. Fast jede Fallklausur fragt am Ende: Ist der belastende Verwaltungsakt rechtmäßig? Wer dieses Schema sicher beherrscht, kann es in der Gefahrenabwehr, im Kommunalrecht und im Abgabenrecht wiederverwenden.
Ausgangspunkt ist der Vorbehalt des Gesetzes aus Art. 20 Abs. 3 GG: Greift die Verwaltung in Rechte ein, braucht sie eine gesetzliche Grundlage. Danach prüfst du, ob die Behörde das Verfahren eingehalten und das Gesetz richtig angewendet hat.
Kernwissen
Das Grundschema hat drei Stufen. Normen ohne Gesetzesangabe sind solche des VwVfG NRW.
- 1. Ermächtigungsgrundlage: Spezialgesetz vor Generalklausel. In der Gefahrenabwehr gilt die Reihenfolge Spezialgesetz, Standardbefugnis nach §§ 24–24z OBG, Generalklausel § 14 Abs. 1 OBG.
- 2. Formelle Rechtmäßigkeit: Zuständigkeit (sachlich, örtlich, instanziell); Verfahren, vor allem Anhörung (§ 28) und keine Befangenheit (§§ 20, 21); Form (§ 37 Abs. 2) und Begründung (§ 39).
- 3. Materielle Rechtmäßigkeit: Tatbestand der Ermächtigungsgrundlage erfüllt; richtiger Adressat; Bestimmtheit (§ 37 Abs. 1); fehlerfreies Ermessen (§ 40): kein Nichtgebrauch, kein Fehlgebrauch, keine Überschreitung; Verhältnismäßigkeit: legitimer Zweck, geeignet, erforderlich, angemessen.
- Fehlerfolgen: Nichtig ist ein Verwaltungsakt nur bei einem besonders schwerwiegenden Fehler, der offensichtlich ist (§ 44 Abs. 1). Verfahrens- und Formfehler können geheilt werden (§ 45), etwa durch Nachholen von Anhörung oder Begründung bis zum Abschluss der letzten Tatsacheninstanz eines verwaltungsgerichtlichen Verfahrens (§ 45 Abs. 2). Unbeachtlich ist ein solcher Fehler, wenn offensichtlich ist, dass er die Entscheidung in der Sache nicht beeinflusst hat (§ 46).
- Gerichtliche Kontrolle des Ermessens: Das Gericht prüft nur Ermessensfehler, nicht die Zweckmäßigkeit (§ 114 VwGO).
Selbst prüfen
Übungsfragen zu Rechtmäßigkeit eines belastenden Verwaltungsakts – Verwaltungslehrgang I
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Die Behörde hat einen belastenden Verwaltungsakt nicht begründet. Bis wann kann sie die Begründung nachholen?
Die Behörde erkennt nicht, dass ihr die Norm Ermessen einräumt, und hält sich für gebunden. Welcher Fehler liegt vor?
Welche Prüfungspunkte gehören zur formellen Rechtmäßigkeit eines belastenden Verwaltungsakts?
3 Antworten richtig – wähle 3 aus
Wann ist ein Verwaltungsakt nach § 44 Abs. 1 VwVfG NRW nichtig?
Kein offizielles Angebot der Prüfungsstellen. Übungsfragen eigener Erstellung. Rechtsstand 26.09.2026.